Regionale Gesundheitsnetze

Stärkung von sektorenübergreifenden Kooperationen

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Pflege

Durch die demografische Entwicklung wird mit einer Zunahme von Patientinnen und Patienten mit chronischen und mehrfachen Erkrankungen zu rechnen sein, die ein interdisziplinäres Zusammenwirken der Gesundheits- und Pflegeberufe zunehmend erforderlich machen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich der demografische Wandel landesweit nicht gleichmäßig, sondern regional und lokal differenziert vollzieht. Damit auch künftig eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Gesundheitsversorgung möglich ist, sind Lösungen notwendig, die sich aus der regionalen Entwicklung der Demografie und Morbidität der Bevölkerung ergeben.

Seit 2016 hat das Landesprogramm „Bildung von regionalen Gesundheitsnetzen“ deshalb einen neuen Förderschwerpunkt, mit dem das Land gezielt die Schaffung von lokalen Gesundheitszentren im ländlichen Raum unterstützt. Diese sektorenübergreifenden Gesundheitszentren bieten den Patientinnen und Patienten eine gesundheitliche Versorgung aus einer Hand und jungen Medizinerinnen und Medizinern attraktive Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum. Eines der landesweit ersten Gesundheitszentren wird in der Oberzent im Odenwald eröffnet werden, weitere werden folgen. Das Land Hessen hat für sektorenübergreifende Initiativen in den Jahren 2014 bis 2017 Fördermittel in Höhe von insgesamt 2,38 Millionen zur Verfügung gestellt. Im Jahr 2017 standen insgesamt 830.000 Euro bereit – die gleiche Summe hat die Hessische Landesregierung jeweils für die Jahre 2018 und 2019 vorgesehen.

Ergänzend fördert das Land ab 2018 den Ausbau von sektorenübergreifenden Kümmerer-Strukturen über das neue Programm „Gemeindeschwester 2.0“. Mit diesem Programm werden (psycho-)soziale Problemlagen älterer Menschen auch ohne Pflegbedarf im Sinne des SGB XI aufgedeckt werden können, um eine Bedarfsermittlung und Organisation erforderlicher Hilfen zu ermöglichen. Für ältere Menschen sollen dadurch die selbständige Lebensführung sowie die soziale Teilhabe so lange wie möglich unterstützt werden. Die Landesregierung stellt hierfür 1,85 Mio. Euro jährlich zur Verfügung.