Ehrenamtliche Denkmalpflege

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Mathildenhoehe Darmstadt

Denkmalschutz und Denkmalpflege erhalten die Kulturdenkmäler als Quellen und Zeugnisse menschlicher Geschichte und Entwicklung. Sie wirken darauf hin, dass die Kulturdenkmäler in städtebauliche Entwicklung, Raumordnung und Landschaftspflege einbezogen werden. Das erste moderne deutsche Denkmalschutzgesetz wurde vor mehr als 100 Jahren im damaligen Großherzogtum Hessen erlassen. Seit 1946 ist der Denkmalschutz außerdem als Staatsziel in Artikel 62 der Hessischen Verfassung verankert. Diese Verpflichtung nimmt die Hessische Landesregierung sehr ernst und hat in 2017 rund sechs Millionen Euro für die Denkmalpflege zur Verfügung gestellt. Diese Gelder erhielten die Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude als Zuschüsse für notwendige Sanierungen. Daneben setzten sich hessenweit rund 700 Vereine für die Denkmalpflege ein.

Kulturdenkmäler im Sinne des Hessischen Denkmalschutzgesetzes sind Objekte, an deren Erhaltung aus künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht. Dies können auch Straßen, Platz- und Ortsbilder sein – einschließlich der mit ihnen verbundenen Frei- und Wasserflächen (Gesamtanlagen). Oberste Denkmalschutzbehörde ist das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Untere Denkmalschutzbehörden gibt es in kreisfreien Städten, in kreisangehörigen Gemeinden, denen die Bauaufsicht übertragen ist, und in den Landkreisen. Die unteren Denkmalschutzbehörden treffen in der Regel die denkmalrechtlichen Entscheidungen. Sie sind die Stelle, an die sich Bürger zuerst wenden sollten, wenn Sie Fragen zu einem Denkmal haben.

Im ländlichen Raum finden sich daher nicht nur unzählig Denkmale, sondern Denkmalpflege wird hier auch aktiv gestaltet. Die Liste der herausragenden Baudenkmäler in Hessen ist lang, sodass hier nur einige exemplarisch genannt werden können: Zu den berühmten romanischen Bauwerken gehören das Kloster Eberbach, der Limburger Dom oder die Kaiserpfalz in Gelnhausen. Stellvertretend für die Renaissance ist das Schloss in Weilburg zu nennen. Zahlreiche Fachwerkbauten im ländlichen Raum Hessens stammen aus der Zeit des Barock. Darmstadt wurde zu einem der größten europäischen Zentren des Jugendstils mit dem „Hochzeitsturm“ als Wahrzeichen des Künstlerzentrums „Mathildenhöhe“.

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