E-Health & Telemedizin

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E-Health

Breitbandstrategie Hessen

Das Land Hessen hat seine Breitbandstrategie auf die Anforderungen der Gesundheitswirtschaft ausgerichtet. Über den flächendeckenden Ausbau der NGA-Netze hinaus wird es ultraschnelle Breitbandanbindungen für Gesundheitseinrichtungen, z.B. Krankenhäuser, priorisieren und auf eine gute mobile Datenversorgung hinwirken. Für mobile Anwendungen wird im Einzelfall überprüft, ob das derzeitige Mobilfunknetz insbesondere in ländlichen Regionen ausreichend ist, telemedizinische
Versorgungsformen zu unterstützen.

Versorgungsschwerpunkte: telemedizinische Facharztnetze und Notfallversorgung

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte ist neben der Förderung von telemedizinischen Facharztnetze die Organisation einer übergreifend abgestimmten medizinischen Notfallversorgung sein, die sich an der Dringlichkeit der Behandlung orientiert und den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, den Rettungsdienst und die Notfallambulanzen von Krankenhäusern einbindet. Mithilfe des in Hessen entwickelten Interdisziplinären Versorgungsnachweis (IVENA) kann zudem die Überlebenschance für Unfall-Opfer, Schlaganfall-Patienten oder Seuchen-Infizierte deutlich verbessert werden. Es handelt sich hierbei um eine webbasierte Anwendung, mit der sich der Rettungsdienst in Echtzeit über die aktuellen Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser informieren kann.

Die Anwendung ermöglicht eine überregionale Zusammenarbeit und bietet eine umfassende Ressourcenübersicht über die Behandlungs- bzw. Versorgungskapazitäten der Krankenhäuser. Zur Förderung von solchen Innovationsprojekten in Telemedizin und E-Health stellt die Landesregierung jährlich 6 Mio. Euro zur Verfügung.

Technisches Kernelement der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird die schrittweise Einführung eines bundesweiten Systems von kompatiblen, elektronischen Patienten- und Fallakten sein, damit Patienten ihre Gesundheitsdaten zu jedem von ihnen gewählten Arzt mitnehmen können. Damit dies gelingt, bedarf es der schrittweisen Einführung eines bundesweiten Systems von kompatiblen, elektronischen Patienten- und Fallakten. Die Landesregierung setzt sich daher für die rasche Verabschiedung eines E-Health-Gesetzes II auf Bundesebene ein, das Interoperabilitätseigenschaften der Aktensysteme sowie semantische Standards verbindlich festlegt.

Fachbereich Gesundheit an der der THM

Bereits 2015 wurde an der THM ein Fachbereich Gesundheit für multidisziplinäre und sektorenübergreifende Schnittstellenkompetenz im Gesundheitswesen eingerichtet. Im Bachelor können die Studierenden zwischen den Studiengängen Medizinische Informatik und Medizinisches Management wählen, als Master wird der Studiengang Medizinische Informatik angeboten. Innerhalb der Studiengänge können sich die Studierenden zwischen den Schwerpunkten Datenschutz und Datensicherheit in der Medizin, Medizintechnische Informatik sowie Telemedizin und E-Health entscheiden. Die Qualifikationsangebote sollen junge Menschen akademisch ausbilden, damit sie die medizinischen Prozesse zukünftig unterstützen und an Schnittstellen der Gesundheitsversorgung arbeiten können.

Der Aufbau von Lehr- und Forschungskapazitäten im Bereich E-Health und Telemedizin wird von 2016 bis 2020 mit einer Million Euro durch das Land gefördert.

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