Umweltministerin Hinz stellt Eckpunkte des „Aktionsplans für die Ländlichen Räume“ vor

Gleichwertige Grundversorgung in den Bereichen Arbeit, Wohnen, Daseinsvorsorge, Mobilität und Gesundheit stehen im Mittelpunkt.

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Ministerin Hinz beim Auftakt des „Aktionsplans für die Ländlichen Räume“

„Der ‚Aktionsplan für die Ländlichen Räume‘ soll die Potenziale unserer mehr als 400 Kommunen und deren knapp 2.200 Dörfer weiter erschließen und unterstützen. Zukunft gestalten, nicht verwalten ist das Ziel. Beim Aktionsplan stehen unter anderem folgende Themen im Vordergrund: Arbeiten auf dem Land, Wohnen auf dem Land, Daseinsvorsorge, Mobilität und Gesundheit“, erläutert Hinz bei der Auftaktveranstaltung zur Entwicklung des Aktionsplans in Wiesbaden.

Grundlagenplaung und Aktualisierung der Informationen

Für den Aktionsplan erarbeiten die Landesministerien gerade in einer Arbeitsgruppe die Grundlage: Alle Informationen zur Förderprogrammen und Aktionen werden aktualisiert und zusammengetragen. Zudem plant die Arbeitsgruppe, sich in den kommenden Wochen Projekte vor Ort in Hessen anzuschauen, die sich für den Aktionsplan eignen könnten. „Die Hessinnen und Hessen bringen sich teilweise mit großem Einsatz in ihren Kommunen ein und stellen einiges auf die Beine, das hat unsere Wertschätzung verdient“, sagte Hinz. Im Anschluss geht es darum, alle Programme, Aktionen, Ideen und neue Maßnahmen strategisch und ressortübergreifend zusammenzuführen. „Damit erreichen wir einen ganzheitlichen Aktionsplan, der die Themen der Ländlichen Räume zusammendenkt. Voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres werden wir den ersten Aufschlag für den Aktionsplan fertigstellen“.

Flächendeckende Internetversorgung

Beim Thema Arbeit wird eine flächendeckende Internetversorgung zentral sein. „Es darf in Hessen keine weißen Flecken mehr geben. Bis 2025 wollen wir Hessen mit gigabitfähigen Infrastrukturen versorgen. Die Markteinführung des kommenden 5G-Mobilfunkstandards soll ab 2020 beginnen“, sagte Hinz. Neben einer flächendeckenden Internetversorgung spielt die Entwicklung der Dorfkerne für viele Kommunen eine große Rolle. „Unser Ziel ist es, das Herz der Kommunen, die Ortskerne, lebendig zu halten. Innen- vor Außenentwicklung ist unsere Devise. Dabei gilt es auch, gerade ältere Menschen bei dem barrierefreien Umbau ihrer Immobilien zu unterstützen.“

Darüber hinaus stehen die Kommunen vor der großen Herausforderung, auch bei sinkenden Bevölkerungszahlen kommunale Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Hier können „mobile Bürgerämter“ Abhilfe schaffen. Weitere Einrichtungen wie der Dorfladen, der Kindergarten, die Grundschule, Post- und Bankdienstleistungen können zu integrierten Zentren des öffentlichen Lebens zusammengefasst werden.

Gute Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr

„Für Pendler wollen wir gute Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs in die Ballungsgebiete und klimafreundlichen Verkehr innerhalb der ländlichen Räume. Deswegen sind zur Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken aktuell zwei Machbarkeitsstudien für die Odenwaldbahn und die Aartalbahn in Arbeit. Außerdem unterstützen wir weiterhin innovative Mobilitätsangebote wie Bürgerbusse, Kombibusse oder Sharingsysteme“, ergänzte Hinz.

Gesundheit und Pflege als Schlüsselthemen

Gesundheit und Pflege gehören ebenfalls zu den Schlüsselthemen der Ländlichen Räume. „Wir wollen, dass allen werdenden Müttern ein wohnortnahes Angebot an Geburtshilfe zur Verfügung steht. Deshalb wollen wir mit einem Zukunftsprogramm Geburtshilfe die Hebammenversorgung stärken. Auch kommunale Gesundheitszentren, medizinische Versorgungszentren und Zweigpraxen sind für die medizinische Versorgung in den Städten und Gemeinden wichtig. Die Einführung einer Landarztquote beim Zugang zum Studium soll Medizinstudierende für eine Arbeit auf dem Land gewinnen“, so Hinz.

Förderrichtlinie für die Dorf- und Regionalentwicklung

Auch die Wirtschaft in den Ländlichen Räumen wird durch verschiedene Programme gefördert. Vor wenigen Wochen wurde die neue Förderrichtlinie für die Dorf- und Regionalentwicklung fortgeschrieben. Sie beinhaltet zusätzliche Förderangebote und deutlich verbesserte Förderkonditionen für Kleinstunternehmen der Grundversorgung und des Gastgewerbes wie beispielsweise Dorfgasthäusern. In der Regionalentwicklung hat sich die Förderung positiv auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt: Im Rahmen der 147 Bewilligungen an private Kleinstunternehmer konnten fast 70 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem werden zukünftig kleinere Förderbedarfe mit den so genannten „Regionalbudgets“ unbürokratischer als bisher abgewickelt

Hintergrund

Die Hessische Landesregierung hat die ländliche Entwicklung im Frühjahr 2018 mit der Offensive für die Ländlichen Räume „LAND HAT ZUKUNFT – Heimat Hessen“ zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Koordiniert werden alle Aktivitäten über eine Stabsstelle, die Mitte April 2019 von der Hessischen Staatskanzlei in das Fachressort des Umweltministeriums wechselte.

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